Über flowersticks

Die Geschichte des Flowersticks und des Devilsticks

Erstmal eine kurze Erklärung: Die Jongliersticks, die du bei uns bekommst, werden offiziell Flowersticks genannt, aber oft sind sie auch als Devilsticks bekannt. Bei dem Devilstick handelt es sich offiziell um einen sehr ähnlichen Stick, dessen Form nur ein wenig anders ist. Devilsticks sind in der Mitte dünner und haben ohne Quasten und meistens auch ohne einen haftenden Überzug (siehe das Bild weiter unten). Mit einer haftenden Oberfläche und mit Quasten ist es wiederum einfacher zu spielen und deswegen benutzen auch wesentlich mehr den Flowerstick 🙂

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Flowerstick (oben), Devilstick (unten)

Vor mehreren tausend Jahren

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Die am weitesten verbreitete Theorie ist, dass das Jonglieren und damit auch das Flowerstick Spiel, im antiken Asien und Afrika begonnen hat. Es ist umstritten, wann genau, aber aller Wahrscheinlichkeit nach wurden Jongliersticks vor mehreren tausend Jahren in China, Indien und Ägypten zuerst erfunden.

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In China wurden sie “Hua Kun” genannt, was übersetzt Flowerstick bedeutet. Sie wurden aus Bambus gefertigt, und mit einem Gewebe überzogen. Die Stäbe waren gerade, mit Blumen an den Enden, die aus Leder gefertigt wurden. Am Anfang haben sie diese für Tänze verwendet, aber wie bei jedem guten und nützlichem Ding, gelangte auch dieses zu den Soldaten. Sie verwendeten diese zum Training für die Aneignung von Fähigkeiten, welche in den Kriegen und Kämpfen unverzichtbar waren: Geduld, das einhalten von Regeln, Handfertigkeit, Bewegungskoordination, Reflexe,… (Laut Berichten soll sogar Marco Polo im Rahmen seiner späteren Reisen, dieses Spiel gesehen haben.)

Aus dem antiken Asien gelangte der Flowerstick sehr wahrscheinlich über die Seidenstraße nach Europa und vielleicht sogar bis nach Afrika.

Bei den Ägyptern war das Spielen des Flowersticks in Rahmen von religiösen Zeremonien entscheidend: In einer Begräbnisstätte wurde beispielsweise ein ungefähr 3000 Jahre alter Holzstab gefunden. Anhand von Bildern an den Grabwänden konnte festgestellt werden, wie ägyptische Frauen mit diesem Stab gespielt haben, der noch vollkommen anders aussah, als die heutigen Flowersticks. Er war einfacher gehalten, ohne Muster und aus Zitronenholz gefertigt und in der Mitte dünner als an den Enden. An den Enden befanden sich außerdem ballähnliche Gewichten, die auch als Dekorationen dienten.

Mittelalter

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Im Mittelalter gelangte der Flowerstick in Vergessenheit, wie viele andere tolle antike Erfindungen und Erkenntnisse. Wir haben kaum Informationen darüber, wann, wo und wer sie zu dieser Zeit herstellte und nutzte. Einige verbinden das Aufkommen in Europa mit der Renaissance, dafür wurden aber nicht viele konkrete Beweise gefunden.

Belegt ist wiederum, dass die amerikanischen Ureinwohner (Indianer) Jongliersticks benutzt haben. Sie fertigten ihre Flowersticks aus natürlichen Materialien (Holz und Leder) und nutzten diese für Zeremonien und zu Unterhaltungszwecken. Sehr wahrscheinlich waren sie die Ersten, die die Enden des Flowersticks anzündeten, damit es ein noch bezaubernderes Schauspiel bot.

18. bis 19. Jahrhundert

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Nach dem Verschwinden des Flowersticks im Mittelalter dauerte es bis ins 18. Jahrhundert, bis er wieder in Europa auftauchte. Ein gewisser Lord George Earl Macart soll zu dieser Zeit einen Flowerstick aus China mitgebracht haben. Daraufhin führten die indischen Samme Brüder das Spiel in Europa am Anfang des 19. Jahrhunderts vor.

Dann, im 19. Jahrhundert, tauchte der Flowerstick als Zirkus Requisite an immer mehr Orten auf. Aber auch zu dieser Zeit war er nur wenigen bekannt und eine Art Zauberinstrument, das nur für wenige zugänglich und somit kein geläufiges und für viele erreichbares Spiel war.

20. bis 21. Jahrhundert:

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Nach dem das “Spielen mit den Sticks” in Europa immer bekannter wurde, starteten die Jongleure nun auch in den USA und in Australien, und führten ihre Fähigkeiten vor, was durch die Verbreitung des Fernsehens immer einfacher wurde. So wurde das Spiel einer viel größeren Gruppe bekannt, aber der erste richtig große Boom kam erst in den 1960-er Jahren mit der Hippie Bewegung. Zu dieser Zeit wurde der Flowerstick als Jonglier- und Unterhaltungsspiel einer breiten Masse bekannt, zuerst hauptsächlich in den USA. Ab den 1990er Jahren verbreitete es sich dann auf der ganzen Welt, in erster Linie als Geschicklichkeitsspiel.

Es ist interessant, dass dieses einfache Spiel, unabhängig von Ort und Ära schon so viele unterschiedliche Rollen eingenommen hat 🙂

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Heute sind in erster Linie Kinder die Zielgruppe und die heutigen Sets werden aus Glasfaser, Gummi und Silikon hergestellt. Die modernen Sticks (wie die XtremestiX) sind in Wirklichkeit Flowersticks, obwohl viele sie noch als Devilsticks kennen.

Interessant zu wissen: Obwohl der Flowerstick aus China stammt, ist er dort heute vollkommen in Vergessenheit geraten. Im benachbarten Japan ist er heute dafür viel bekannter und weiter verbreitet.


Die Irrwege der Namensgebung:

Laut der am weitesten verbreiteten Meinung stammt die Bezeichnung “Devilstick” von den Griechen. Die Bedeutung des griechischen “Dia ballo” lautet: etwas werfen und dann fangen. Aus “Dia ballo” wurde dann durch einen Übersetzungsfehler “Diabolo”, was auf Lateinisch Teufel bedeutet. Von hier aus war es dann nur noch ein kleiner Schritt bis zu der Bezeichnung “Devil stick”. Laut einer anderen Geschichte stammt die Bezeichnung “Devile” (Englisch für Teufel) davon, dass die Herstellung nur durchgeführt werden konnte, wenn jemand seine Seele an den Teufel verkaufte. Andere sagen wiederum, dass dies nur eine Legende ist, und dass das Spiel nur deswegen “Devile” genannt wurde, weil es teuflisch schwer ist, das Spiel zu erlernen. Heute werden solche Sticks als Devilsticks bezeichnet, die in der Mitte dünner sind und an den Enden nichts befestigt haben.

Die Variante, die früher Bälle an den Enden hatten – was das Fallen des Stabes verlangsamte und gleichzeitig das Balancieren erleichterte – sind heute unter dem Namen Flowersticks bekannt: mit der Zeit sahen die “Bälle” dann immer mehr wie Blumen aus.